Was
ist der ökologische Wert von Bäumen im Siedlungsraum? Bäume spielen im
urbanen Raum eine wichtige Rolle. Sie haben eine grosse Bedeutung für die Bevölkerung
und werden eng mit Lebensqualität in Verbindung gebracht. Die von Bäumen erbrachten
Ökosystemleistungen, wie etwa eine ausgleichende Wirkung auf das Stadtklima oder
der ästhetische Wert, wirken sich positiv auf die städtische Lebensqualität aus.
Bäume haben ausserdem eine herausragende Bedeutung für die städtische Biodiversität.
Im Zuge der Verdichtung der Siedlungsgebiete wird jedoch der Platz für Bäume eng
und die urbanen Verhältnisse, etwa Trockenheit oder hohe Luftschadstoffwerte,
setzen ihnen zusätzlich zu. Es ist deshalb wichtig, den ökologischen Wert von
Bäumen zu kennen und den Wert vorhandener oder geplanter Bäume berechnen zu können.
Damit Bäume nicht nur als Kosten in der Planung und in Diskussionen einfliessen,
sondern auch als wichtige Leistungserbringer. In Zusammenarbeit mit Grün Stadt
Zürich arbeiten wir an der Entwicklung von Methoden zur Erfassung von ökologischen
Werten zu Biodiversität und Ökosystemleistungen von Stadtbäumen.
Grosse
Abendsegler in Altholzinseln Die Fledermausart Grosser Abendsegler überwintert
bei uns in Gruppen mit bis zu mehreren hundert Tieren in Baumhöhlen oder Hohlräumen
von Fassaden. Immer wieder werden Bäume mit solchen Überwinterungsquartieren gefällt,
wobei oft die Mehrheit der Tiere umkommt. Als Teil eines Artenschutzprojektes
haben wir für das Forstamt und das Gartenbauamt Zürich (heute Grün
Stadt Zürich) abgeklärt, ob die Quartiere dieser Fledermausart identifiziert
werden können. Unsere Untersuchungen zeigten, dass Überwinterungsquartiere
vor allem in Eichen und anderen Laubbaumarten in Altholzbeständen zu finden sind.
Da die Abendsegler keine Präferenzen bei der Auswahl von Spechthöhlen
zeigten, ist mit einer Förderung der höhlenbauenden Spechte auch den
Grossen Abendseglern geholfen.
Vernetzung
entlang des Wassers Lebensräume sind immer häufiger voneinander isoliert
und viele Pflanzen- und Tierarten sind zunehmend auf eine Lebensraumvernetzung
angewiesen, damit der Austausch zwischen den Populationen gewährleistet ist. Das
untere Limmatgebiet in der Stadt Zürich ist von der Stadtentwicklung geprägt.
Es bietet aber auch einen einzigartigen Lebensraum für verschiedene bedrohte Tier-
und Pflanzenarten, wie zum Beispiel für die Sandschrecke oder die Mauereidechse.
Im Auftrag von Grün Stadt Zürich arbeiten wir an einem Aufwertungskonzept, das
den Limmatraum unter Einbezug von Lebensraum-Trittsteinen und Korridoren an naturnahem
Leben bereichern soll.